Lieder zur Beerdigung: 60 Titel für Trauerfeier und Aussegnung
Die meisten Trauerfeiern kommen mit drei bis fünf Musikstücken aus: eines zum Einzug, eines zur Aussegnung, eines zum Auszug. Entscheidend ist nicht das Genre, sondern ob das Stück zu dem Menschen passt, von dem Abschied genommen wird. Diese Übersicht ordnet 60 Lieder zur Beerdigung nach dem Moment, in dem sie erklingen, und erklärt, was Sie mit Gemeinde, Friedhof und Bestatter vorher klären sollten.
Wie viele Lieder braucht eine Trauerfeier?
Eine Trauerfeier in der Friedhofskapelle dauert typischerweise 30 bis 45 Minuten. In dieser Zeit gibt es drei bis vier feste Momente, an denen Musik einen Platz hat. Mehr als fünf Stücke wirken in der Regel überladen, die Feier zerfällt dann in Einzelteile.
| Moment | Anzahl | Dauer | Charakter |
|---|---|---|---|
| Einzug der Trauergäste | 1 Stück | 3–5 Minuten | ruhig, tragend, oft instrumental |
| Nach der Trauerrede | 1 Stück | 3–4 Minuten | Raum zum Nachklingen, gerne mit Text |
| Aussegnung am Sarg oder an der Urne | 1 Stück | 2–4 Minuten | der persönlichste Moment |
| Auszug und Gang zum Grab | 1 Stück | 3–5 Minuten | heller, nach vorn gerichtet |
| Am Grab (optional) | 1 Stück | 2–3 Minuten | meist live, oft Blechbläser |
Zwei Hinweise aus der Praxis: Ein Lied, das der oder die Verstorbene wirklich mochte, trägt die Feier mehr als drei formal passende Stücke. Und Länge zählt, ein siebenminütiger Song fühlt sich in einer stillen Kapelle sehr lang an. Kürzen lässt sich fast immer, aber nur, wenn Sie das vorher mit dem Bestatter besprechen.
Ordnen Sie die Auswahl deshalb nach Momenten, nicht nach Genres. Genau so ist die folgende Liste aufgebaut. Genannt sind jeweils Titel und Interpret oder Komponist, Liedtexte geben wir aus urheberrechtlichen Gründen nicht wieder.
15 Lieder für Einzug und Ankommen
Zum Einzug spielt die Musik gegen Unruhe an. Die Gäste kommen herein, suchen Plätze, viele sind angespannt. Ein Stück ohne harten Einsatz und ohne Textzeile, die sofort trifft, hilft dem Raum, zur Ruhe zu kommen. Instrumentalstücke funktionieren hier am verlässlichsten.
- Time to Say Goodbye (Con te partirò), Andrea Bocelli & Sarah Brightman
- Ave Maria (Franz Schubert)
- Adagio in g-Moll (Tomaso Albinoni / Remo Giazotto)
- Air aus der Orchestersuite Nr. 3 (Johann Sebastian Bach)
- Kanon in D-Dur (Johann Pachelbel)
- Gabriel’s Oboe (Ennio Morricone)
- Mondscheinsonate, 1. Satz (Ludwig van Beethoven)
- Amazing Grace (traditionell)
- Der Mond ist aufgegangen (Matthias Claudius / Johann Abraham Peter Schulz)
- The Sound of Silence (Simon & Garfunkel)
- Hallelujah (Leonard Cohen)
- Somewhere Over the Rainbow (Israel Kamakawiwo’ole)
- Über den Wolken (Reinhard Mey)
- Nessun dorma (Giacomo Puccini)
- Nur zu Besuch (Die Toten Hosen)
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15 Lieder für Aussegnung und Abschied
Der Moment der Aussegnung ist der persönlichste der ganzen Feier. Hier darf ein Lied konkret werden und einen Namen, eine Geschichte, eine gemeinsame Zeit aufrufen. Viele Familien wählen an dieser Stelle das Lieblingslied der verstorbenen Person, auch wenn es auf dem Papier nicht „passt“.
- Der Weg (Herbert Grönemeyer)
- Geboren um zu leben (Unheilig)
- Tears in Heaven (Eric Clapton)
- Supermarket Flowers (Ed Sheeran)
- See You Again (Wiz Khalifa feat. Charlie Puth)
- Fix You (Coldplay)
- My Way (Frank Sinatra)
- Candle in the Wind (Elton John)
- Knockin‘ on Heaven’s Door (Bob Dylan)
- Dust in the Wind (Kansas)
- Ein Stern (der deinen Namen trägt), DJ Ötzi & Nik P.
- Halt mich (Herbert Grönemeyer)
- The Rose (Bette Midler)
- Von guten Mächten wunderbar geborgen (Dietrich Bonhoeffer / Siegfried Fietz)
- Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer (Anders Ruuth)
15 Lieder für Auszug und Beisetzung
Zum Auszug verschiebt sich die Stimmung. Die Feier geht zu Ende, die Gäste bewegen sich zum Grab oder nach draußen. Musik darf hier heller sein und nach vorne zeigen, ohne fröhlich zu werden. Viele Familien wählen bewusst ein Stück, das den Menschen von seiner lebendigen Seite zeigt.
- What a Wonderful World (Louis Armstrong)
- Let It Be (The Beatles)
- Here Comes the Sun (The Beatles)
- You’ll Never Walk Alone (Gerry & The Pacemakers)
- Lean on Me (Bill Withers)
- Angels (Robbie Williams)
- Wind Beneath My Wings (Bette Midler)
- My Heart Will Go On (Céline Dion)
- Über sieben Brücken musst du gehn (Karat)
- Am Fenster (City)
- Freiheit (Marius Müller-Westernhagen)
- Griechischer Wein (Udo Jürgens)
- Sierra Madre (Zillertaler Schürzenjäger)
- Auf uns (Andreas Bourani)
- Astronaut (Sido & Andreas Bourani)
15 klassische und instrumentale Stücke

Instrumentalstücke haben einen praktischen Vorteil: Sie funktionieren an jeder Stelle der Feier, weil kein Text im Weg steht. In kirchlichen Trauerfeiern sind sie oft der einfachste Weg, persönliche Musik unterzubringen. Viele dieser Stücke lassen sich außerdem live auf der Orgel oder von einem Solisten spielen.
- Adagio for Strings (Samuel Barber)
- Lacrimosa aus dem Requiem KV 626 (Wolfgang Amadeus Mozart)
- Pie Jesu aus dem Requiem (Gabriel Fauré)
- Jesus bleibet meine Freude (Johann Sebastian Bach)
- Clair de Lune (Claude Debussy)
- Gymnopédie Nr. 1 (Erik Satie)
- Ombra mai fù (Largo aus „Serse“), Georg Friedrich Händel
- Der Schwan aus „Karneval der Tiere“ (Camille Saint-Saëns)
- Nimrod aus den „Enigma-Variationen“ (Edward Elgar)
- Morgenstimmung aus „Peer Gynt“ (Edvard Grieg)
- Ases Tod aus „Peer Gynt“ (Edvard Grieg)
- Meditation aus „Thaïs“ (Jules Massenet)
- Panis Angelicus (César Franck)
- Trauermarsch aus der Klaviersonate Nr. 2 (Frédéric Chopin)
- Cavatina (Stanley Myers)
Live gespielt oder vom Tonträger?
Beides ist üblich, und beides hat seine Stärken. Live gespielte Musik, Orgel, Trompete, Violine, Sängerin, ein Gitarrist aus der Familie, passt sich dem Tempo der Feier an. Wenn der Sarg langsamer getragen wird als geplant, spielt der Musiker eben zwei Takte länger. Eine Aufnahme läuft starr ab, klingt dafür genau so, wie die Familie es kennt.
| Live gespielt | Vom Tonträger | |
|---|---|---|
| Flexibilität | passt sich dem Ablauf an | feste Länge |
| Kosten | Honorar für Musiker, je nach Besetzung und Region sehr unterschiedlich, Stand September 2026 meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Musiker | in der Regel im Bestatterhonorar oder in der Hallenmiete enthalten |
| Auswahl | begrenzt auf das Repertoire des Musikers | praktisch unbegrenzt |
| Technik | keine nötig | abhängig von der Anlage in der Halle |
| Risiko | gering | Format- und Abspielprobleme |
Wenn Sie Aufnahmen einsetzen: Klären Sie das Format vorher. Nicht jede Friedhofskapelle kann von USB-Stick oder Handy abspielen, manche Anlagen erwarten weiterhin eine gebrannte CD. Bringen Sie die Musik im Zweifel doppelt mit, auf CD und auf Stick, und lassen Sie sie vor der Feier einmal anspielen.
Und die GEMA?
Für Musik bei Bestattungen gibt es einen eigenen GEMA-Tarif, den Tarif WR-Best. Anmelden und zahlen muss, wer für die öffentliche Wiedergabe organisatorisch und wirtschaftlich verantwortlich ist. In der Praxis übernimmt das fast immer das Bestattungsunternehmen und rechnet es mit ab. Das ist kein Grund zur Sorge und auch kein nennenswerter Kostenfaktor, aber fragen Sie einmal nach, damit die Zuständigkeit geklärt ist. Wird die Musik live in einem Gottesdienst gespielt, greifen oft Pauschalverträge der Kirchen, sodass keine gesonderte Anmeldung nötig ist.
Was Sie vorher klären sollten
An dieser Stelle geben viele Ratgeber eine pauschale Antwort, die so nicht stimmt: dass in kirchlichen Trauerfeiern ausschließlich geistliche Lieder erlaubt seien. Richtig ist, dass jede Gemeinde das selbst entscheidet. In einem evangelischen oder katholischen Trauergottesdienst ist der liturgische Rahmen enger, und weltliche Popsongs während der Liturgie werden häufig abgelehnt. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer stimmen aber zu, wenn das persönliche Lied beim Einzug, vor dem Segen oder am Grab erklingt. Fragen Sie konkret nach dem Moment, nicht nur nach dem Titel, die Antwort fällt dann oft anders aus.
Auch die Bestenlisten, die im Netz kursieren, sollten Sie mit Abstand lesen. Es gibt in Deutschland keine amtliche Statistik der meistgespielten Trauerlieder. Was als „Top 10″ erscheint, sind Auswertungen einzelner Anbieter aus ihren eigenen Aufträgen, regional gefärbt und je nach Kundschaft sehr unterschiedlich. Als Anregung sind sie nützlich, als Maßstab nicht.
Diese Punkte sollten vor der Feier geklärt sein:
- Wer entscheidet? Legen Sie in der Familie früh fest, wer die Musikauswahl verantwortet. Abstimmungen im großen Kreis führen selten zu einem Ergebnis.
- Gibt es Vorgaben? Friedhofsordnung, Hausordnung der Trauerhalle und, bei kirchlichen Feiern, die Gemeinde. Der Bestatter kennt die örtlichen Regeln.
- Welche Technik ist vorhanden? Abspielgerät, Formate, Lautstärke, ob jemand die Anlage bedient.
- Wer gibt die Einsätze? Meist der Trauerredner oder der Bestatter. Ohne Absprache startet Musik zu früh oder zu spät.
- Wie lang darf es sein? Bei mehreren Feiern am selben Tag ist der Zeitrahmen in der Kapelle fest.
Die Musik ist nur ein Baustein der Feier. Wie sich Ablauf, Trauerrede, Blumenschmuck und Einladung zusammenfügen, und was das Ganze kostet, lesen Sie in unseren Ratgebern zu Bestattungskosten und Urnenbestattung. Wer gerade erst am Anfang steht, findet in Todesfall: Was tun? die Reihenfolge der ersten Schritte. Einen passenden Bestatter, der die Musikorganisation übernimmt, finden Sie über unsere Bestattersuche.
Ist die Musik geklärt, bleibt meist nur noch eine Frage offen: was man zur Beerdigung anzieht.
Häufige Fragen zur Trauermusik
Wie viele Lieder sind bei einer Trauerfeier üblich?
Drei bis vier Stücke sind der Normalfall: zum Einzug, nach der Trauerrede, zur Aussegnung und zum Auszug. Fünf Stücke sind das sinnvolle Maximum. Bei einer Direktbestattung ohne Trauerfeier entfällt die Musik ganz; viele Familien holen sie dann bei einer späteren Gedenkfeier im kleinen Kreis nach.
Darf man moderne Popsongs auf einer Beerdigung spielen?
Auf dem Friedhof und in der Trauerhalle in aller Regel ja. Bei einem kirchlichen Trauergottesdienst entscheidet die Gemeinde, und die Antwort hängt oft davon ab, an welcher Stelle der Feier das Lied erklingen soll. Fragen Sie im Pfarramt konkret nach Titel und Moment.
Was kostet Live-Musik bei einer Trauerfeier?
Das schwankt stark nach Region, Besetzung und Dauer. Stand September 2026 liegt das Honorar für einen einzelnen Musiker meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich, für ein Ensemble entsprechend höher. Orgelspiel ist bei kirchlichen Feiern häufig in der Gebühr enthalten. Lassen Sie sich die Position im Kostenvoranschlag des Bestatters ausdrücklich ausweisen.
Wer kümmert sich um Technik und Einsätze?
In der Regel das Bestattungsunternehmen zusammen mit der Friedhofsverwaltung. Übergeben Sie die Musik einige Tage vorher, nicht erst am Morgen der Feier, und lassen Sie sie einmal probeweise abspielen. Das verhindert die häufigsten Pannen, falsches Dateiformat, zu leise Anlage, falscher Titel in der Reihenfolge.
Kann man auch ganz auf Musik verzichten?
Ja. Eine stille Feier ist möglich und wird von manchen Familien bewusst gewählt. Auch eine Mischung aus Stille und einem einzigen Stück zur Aussegnung ist eine tragfähige Lösung, gerade wenn die verstorbene Person wenig Bezug zu Musik hatte.
Dürfen Trauergäste mitsingen?
Bei Kirchenliedern ist das ausdrücklich vorgesehen; die Gemeinde legt dafür Liedblätter aus oder nennt die Nummer im Gesangbuch. Bei weltlichen Liedern singen die Gäste meist nicht mit. Wenn Sie es möchten, drucken Sie den Refrain auf das Programmblatt und lassen Sie es vorher ankündigen, sonst traut sich niemand.
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