Sterbegeldversicherung 2026: Kosten, Leistungen und Alternativen
Die Sterbegeldversicherung schließt die Lücke, die das 2004 gestrichene gesetzliche Sterbegeld hinterlassen hat: Kleine Monatsbeiträge sichern eine Auszahlung von 3.000 bis 15.000 Euro für die eigene Bestattung, meist ohne Gesundheitsprüfung. Dieser Ratgeber zeigt Beiträge nach Eintrittsalter, Leistungen, Fallstricke wie Wartezeiten und Überzahlung sowie die Alternativen.
So funktioniert die Sterbegeldversicherung
Sie zahlen monatliche Beiträge, im Todesfall erhalten Ihre Angehörigen oder direkt der Bestatter die Versicherungssumme, üblich sind 3.000 bis 15.000 Euro, orientiert an den tatsächlichen Bestattungskosten. Eine Gesundheitsprüfung entfällt bei den meisten Tarifen, dafür gelten Wartezeiten von 12 bis 36 Monaten, in denen bei Tod nur die Beiträge zurückerstattet werden (bei Unfalltod zahlen viele Tarife sofort voll). Der Abschluss ist häufig bis ins hohe Alter möglich, die Beitragszahlung endet je nach Tarif mit 65, 80 oder 85 Jahren, der Schutz bleibt lebenslang.
Was kostet eine Sterbegeldversicherung?
| Eintrittsalter | Versicherungssumme 5.000 € | Versicherungssumme 10.000 € |
|---|---|---|
| 50 Jahre | ca. 10 bis 18 € / Monat | ca. 20 bis 35 € / Monat |
| 60 Jahre | ca. 15 bis 25 € / Monat | ca. 30 bis 50 € / Monat |
| 70 Jahre | ca. 25 bis 45 € / Monat | ca. 50 bis 90 € / Monat |
Richtwerte, die tatsächlichen Beiträge hängen von Tarif, Laufzeit und Anbieter ab. Wichtig: Je später der Einstieg, desto eher übersteigen die eingezahlten Beiträge die Versicherungssumme.
Die passende Versicherungssumme ergibt sich aus Ihrer Wunschbestattung, deren Preis Sie am schnellsten über konkrete Angebote aus Ihrer Region ermitteln:
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Vorteile und Nachteile im Überblick
- Vorteile: keine Gesundheitsprüfung, kleine Monatsbeiträge statt großer Einmalzahlung, Schutz oft als zweckgebundenes Schonvermögen anerkannt, sofortige Entlastung der Angehörigen, Abtretung direkt an den Bestatter möglich.
- Nachteile: bei später Beitragszahlung mögliche Überzahlung (mehr eingezahlt als versichert), Wartezeiten zu Beginn, als Geldanlage ungeeignet, Rendite deutlich unter Sparprodukten, bei Kündigung oft nur geringer Rückkaufswert.
Ob sich der Abschluss in Ihrer Situation rechnet, beleuchtet ausführlich der Ratgeber Ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?
Worauf Sie beim Tarifvergleich achten sollten
- Wartezeit: je kürzer, desto besser, üblich sind 12 bis 36 Monate, manche Tarife staffeln die Leistung.
- Beitragszahlungsdauer: Tarife mit Beitragsende (z. B. mit 85) verhindern, dass Hochbetagte weiter einzahlen.
- Überzahlungsgrenze prüfen: Rechnen Sie Beitrag mal Monate bis zur statistischen Lebenserwartung, liegt das Ergebnis über der Versicherungssumme, ist der Tarif für Ihr Alter ungeeignet.
- Dynamik und Festpreis: Eine kleine Dynamik gleicht steigende Bestattungspreise aus.
- Bezugsrecht klar regeln: Angehörige oder direkt der Bestatter des Vertrauens, das beschleunigt im Trauerfall die Abwicklung.
Die Alternative: Bestattungsvorsorge mit Treuhandkonto
Wer die Summe ganz oder teilweise bereits besitzt, fährt mit einem Vorsorgevertrag beim Bestatter oft besser: Wünsche werden verbindlich dokumentiert, das Geld liegt insolvenzsicher und zweckgebunden auf einem Treuhandkonto, ohne Wartezeit und ohne Überzahlungsrisiko. Alle Details im Ratgeber Bestattungsvorsorge. Die Höhe der nötigen Summe können Sie vorab mit dem Bestattungskosten-Rechner abschätzen.
| Kriterium | Sterbegeldversicherung | Treuhandkonto |
|---|---|---|
| Geeignet bei | Summe soll angespart werden | Summe ist vorhanden |
| Voller Schutz | nach Wartezeit | ab Einzahlung |
| Schonvermögen | meist ja (zweckgebunden) | meist ja |
| Überzahlungsrisiko | bei spätem Einstieg ja | nein |
| Bestattungswünsche geregelt | nein, nur Geld | ja, im Vorsorgevertrag |
Häufige Fragen zur Sterbegeldversicherung
Ist das Geld vor dem Sozialamt sicher?
Eine angemessene, zweckgebundene Sterbegeldversicherung wird in der Regel als Schonvermögen anerkannt und muss vor Sozialleistungen meist nicht verwertet werden. Verbindlich klärt das der Einzelfall.
Welche Summe ist sinnvoll?
Orientieren Sie sich an der gewünschten Bestattungsform: von etwa 3.000 Euro für einfache Formen bis 10.000 Euro und mehr für eine Erdbestattung mit Grabstein. Ihre persönliche Spanne liefert der Kosten-Rechner.
Lohnt der Abschluss mit über 70?
Oft nur eingeschränkt, da die Beitragssumme die Auszahlung erreichen kann. Alternativen sind die Einmalzahlung auf ein Treuhandkonto oder eine vorhandene Rücklage mit klarer Zweckbindung.
Was passiert bei Kündigung?
Sie erhalten den Rückkaufswert, der besonders in den ersten Jahren deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Eine Beitragsfreistellung (Summe wird reduziert, Schutz bleibt) ist meist die bessere Option.
Zahlt die Versicherung direkt an den Bestatter?
Ja, wenn das Bezugsrecht entsprechend geregelt oder die Police abgetreten wird. Das entlastet Angehörige von der Vorfinanzierung. Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Finanzberatung.
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